Ein Kommentar von TFM-Programmchef Dennis Ballay:

Mit einer stark umstrittenen Moderation sorgt Moderator Matthias Matuschik für einen Weltweiten Shitstorm gegen den Radiosender Bayern 3.

In einer Anmoderation des Titels “Fix You” der Band Coldplay beginnt er eine Hasstirade gegen die erfolgreiche K-Pop Band BTS.
Quelle: Twitter @fairiesvmns

Damit brachte der Moderator BTS-Fans in Deutschland und der ganzen Welt gegen sich auf. Auch Fanguppen, so genannte “Armys”, sprechen von Rassismus in der Moderation. Die Band BTS mit dem Corona Virus zu vergleichen, den Mitgliedern der Band für die nächsten 20 Jahre einen Urlaub in Nordkorea zu wünschen und die Bezeichnung der Bandmitglieder als “kleine Pisser” sorgen weltweit für Unmut. Und das nicht nur bei Fans der Band. Von Gotteslästerung und Frevel spricht Matuschik als er auf das BTS Cover des Songs “Fix You” von Coldplay zu sprechen kommt. Ist sowas als Anmoderation zu einem Lied nötig?

Mit einer eher halbherzig formulierten Stellungnahme, die den Moderator in seiner “Meinung” auch noch unterstützt gießt Bayern 3 noch mehr Öl ins #Bayern3Racism-Feuer.

Quelle: Bayern 3 Website (26.02.2021)

In der Sendung “Matuschke – der etwas andere Abend” hat Moderator Matthias Matuschik seine persönliche Meinung zu der sehr erfolgreichen südkoreanischen Band BTS und deren Cover des Coldplay Songs “Fix You” im Rahmen ihres Unplugged-Konzerts geäußert und viele von euch haben sich darüber beschwert. Es ist Charakter dieser Sendung und auch des Moderators, seine Meinung klar, offen und ungeschminkt zu äußern. In diesem Fall ist er aus dem Versuch heraus, seine Meinung ironisch-überspitzt und mit übertrieben gespielter Aufregung darzustellen, in seiner Wortwahl übers Ziel hinausgeschossen und hat damit die Gefühle der BTS Fans verletzt. Das hatte er aber – das hat er uns versichert – in keiner Weise beabsichtigt. Er wollte nur seinen Unmut über die oben genannte Coverversion äußern.

Es handelt sich hier um seine persönliche, geschmackliche Meinung, völlig ungeachtet der Herkunft und des kulturellen Backgrounds der Band. Diesen Geschmack muss man ebenso wenig teilen wie die durchaus derbe Ausdrucksweise. Die Geschichte von Matthias und sein Handeln in der Vergangenheit (wie z.B. sein Engagement in der Flüchtlingshilfe und sein stetiger Einsatz gegen Rechtsextremismus) zeigen aber deutlich, dass ihm Fremdenfeindlichkeit und Rassismus in jeder Form absolut fernliegen. Dies hat er auch in der angesprochenen Moderation versucht darzustellen, ändert aber nichts daran, dass viele von euch seine Äußerungen als verletzend oder rassistisch empfunden haben. Dafür entschuldigen wir uns in aller Form. Wir werden das Thema mit Matthias und dem Team in den nächsten Tagen nochmal ausführlich aufarbeiten.

Wenn das Konzept einer Sendung ist, Rassismus und Meinung zu vermischen und Weltweit anerkannte Musiker als “kleine Pisser” zu bezeichnen, dann sagt das schon viel über einen öffentlich-rechtlichen Radiosender aus. Auch die Relativierung, dass der Moderator sich in der Flüchtlingshilfe engagiere, macht das gesagte nicht wieder ungeschehen. Wenn man ein Lied oder eine Coverversion nicht gut findet, gibt es andere Worte und bestimmt einen anderen Tonfall, als die von Matuschik genutzten. Und wenn selbst der Radiosender “persönliche, geschmackliche Meinung” nicht von Rassismus unterschieden kann, dann gute Nacht!
In meinen Augen gibt es nur einen Weg das ganze “aufzuarbeiten”: den Moderator vom Dienst freistellen und in der nächsten Zeit nicht mehr an das Mikrofon zu lassen.

Mir tun die Social-Media-Redakteur*innen und auch die anderen Moderierenden und Mitarbeitenden bei Bayern 3 leid, die das ganze jetzt ausbaden dürfen.

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